ad ACTA mit einem Urheberrecht aus dem letzten Jahrtausend!
09/02/2012 Hinterlasse einen Kommentar
Vor kurzem habe ich bereits gegen SOPA und PIPA geschrieben und wahrscheinlich haben mittlerweile auch schon einige von ACTA gehört – sei es auch über Facebook, wo das Anti ACTA Video von Anonymous ziemlich häufig verbreitet wurde. Ich will jetzt auch gar nicht ewig über ACTA erzählen und warum es böse ist: undemokratisch, einseitig Content-Mafia befürwortend, zukunftsschädlich, … Andere haben das schon ausführlicher und besser gemacht.
Siehe beispielsweise hier:
- Markus Beckedahl auf Spiegel Online: Warum ACTA in den Papierkorb gehört
- Netzpolitik.org: Ein kleiner Einstieg in ACTA
- Süddeutsche.de: Interview mit Bruno Kramm: „Der kleine Urheber hat doch nichts von einer Verschärfung“
- Internet-Law.de: Warum das Europaparlament ACTA die Zustimmung versagen sollte
De facto würde es in Deutschland wahrscheinlich auch zu keiner Verschärfung des Urheberrechts kommen, da entsprechende Regelungen bereits in deutschem Recht vorhanden sind. Allerdings möchte ich einen Punkt besonders betonen: Wird ACTA erst einmal als völkerrechtliches Instrument ratifiziert, zementieren wir damit auf Ewigkeiten unser geltendes deutsches Urheberrecht und das sogar weltweit in vielen Ländern. Ein Urheberrecht das mehrheitlich aus dem Jahre 1965 und in den Ursprüngen noch um die Jahrhundertwende stammt, zu einer Zeit in der man von den Möglichkeiten des Internets noch nicht einmal träumen vermochte.
Wenn man beispielsweise auf Spiegel Online solche Artikel liest: „Ein Klick – zack, Hunderte Euro weg“, sollte einem jedem klar werden, dass unser deutsches Urheberrecht so recht nicht mehr in unser Internetzeitalter des allgemein verbreiteten Sharings passt. Versteht mich nicht falsch, ich bin stark dafür dass ein Künstler, Musiker, Schriftsteller oder ein anderer Urheber von seiner geistigen Schaffensarbeit (gut) leben kann und soll – bei entsprechendem Talent natürlich. Aber es muss ja nicht immer über ein veraltetes Geschäftsmodell passieren – Musiker verdienen beispielsweise zunehmend mehr Geld mit Konzerten und Schriftsteller mit Vorträgen. Dies schaffen sie durch einen erhöhten Bekanntheitsgrad, der oftmals auch aus illegalen Kopien im Internet stammt. Auch erscheint mir das Konzept der Kulturflatrate als sehr vielversprechend oder etwa andere Ausführungen hier. Im derzeitigen Zustand profitieren jedoch hauptsächlich die Verwertungsgesellschaften und die gehen vor allem mit kleinen Künstlern nicht zimperlich um.
Aus diesen Gründen finden nun am Samstag den 11.02.2012 europaweit Demos statt, um die Ratifizierung von ACTA zu stoppen. Ich habe mich entschlossen auf die Demo in Berlin zu gehen. Falls ihr auch an einer Demo in eurer Stadt teilnehmen möchtet findet ihr hier eine Übersicht. Außerdem findet ihr hier von den Piraten weitere Infos und Material. Also wagt euch Samstag auf in die Kälte und protestiert gegen ACTA. Ansonsten unterzeichnet zumindest die E-Petition und verbreitet die Botschaft im Netz oder natürlich noch besser in der Real World weiter!
P.S. ACTA hat es sogar in die Mainstream Medien geschafft, wie man hier in dem ARD-Nachtmagazin Beitrag sehen kann.



